Die Begleithundeprüfung (BH) ist die Voraussetzung für alle weiteren Prüfungen im Hundesport. Aber auch wenn Sie keine weiteren Prüfungs- oder Turnierambitionen verfolgen ist die Begleithundeprüfung ein schönes Trainingsziel.

In unserem Begleithundekurs erlernen Sie alle Bestandteile dieser Prüfung, wie Leinenführigkeit ("Fuß" mit Leine), Freifolge ("Fuß" ohne Leine), Sitzübung und Ablegen in Verbindung mit Herankommen und die Dauerablage.

Natürlich können Sie die Prüfung jeweils im Frühjahr und im Herbst auf unserem Trainingsplatz ablegen (Ausrichter ist der SV OG Delhoven).

Teilnehmer, die eine Begleithundeprüfung ablegen wollen, müssen Mitglied in einem VDH-anerkannten Verein sein und einen Sachkundenachweis abgelegt haben. Der Hund muss haftpflichtversichert sein und eine gültige Tollwutimpfung besitzen. Sollte der Teilnehmer eine Leistungsurkunde für seinen Hund besitzen muss auch diese eingereicht werden, damit die abgelgete BH-Prüfung dort eingetragen werden kann. Wenn der Hund reinrassig ist und von einem VDH-registrierten Züchter stammt, muss auch seine Ahnentafel vorgelegt werden.

Zur Prüfung:

Identifikation des Hundes und Unbefangenheitsprüfung

Am Tag der Prüfung erfolgt zuerst die Unbefangenheitsprobe. Bestandteil der Unbefangenheitsprobe ist die Überprüfung der Identität des Hundes (Überprüfen der Tätowiernummer, Chip, usw.). Hunde, die diese Unbefangenheitsprobe nicht bestehen, können an der Prüfung nicht teilnehmen bzw. müssen disqualifiziert werden.

Die Unbefangenheitsprobe kann mit allen teilnehmenden Hunden gleichzeitig zum Beispiel außerhalb des Übungsplatzes durchgeführt werden, aber auch unmittelbar vor dem folgenden Teil, dann nur für das jeweilige Team. Typischerweise erfolgt die Unbefangeheitsprobe während der Überprüfung der Identität – in dem Fall muss sich ja der Leistungsrichter (LR) oder der Prüfungsleiter zum Hund begeben. Außerdem wird das Verhalten des Hundes hinsichtlich der anderen Hunde und Menschen bewertet.

Wir trainieren mit den Hunden im Begleithundekurs solche Situationen: Ein Trainer oder ein Unbekannter beugen sich von vorne über den Hund und der Chip wird mit einem Lesegerät abgelesen. Der Hund sollte nicht ängstlich oder aggressiv reagieren!

Unterordnungsteil (Platzteil)

Der Hauptteil der BH-Prüfung besteht im Beurteilen des Mensch-Hund-Teams, und zwar auf dem Hundeplatz (Trainingsplatz). Hier wird der Gehorsam des Hundes und seine Führigkeit überprüft.

Der Hundeführer (HF) meldet sich zum Beginn der Prüfung beim LR an. Z.B. mit den Worten:" Hundeführer "Max Mustermann" meldet sich mit "Hasso von der grünen Wiese" zum Unterordnungsteil der Begleithundeprüfung an." 

Beim Unterordnungsteil befinden sich zwei Teams gleichzeitig auf dem Hundeplatz, wobei ein Hund "abliegt" und der andere Hund die Übungen des Schemas absolviert.

Wichtig ist, dass der LR alle Teile der Prüfung "freigibt", d.h. der Hundeführer (HF) nimmt vor jeder Teilübung Blickkontakt zum LR auf und beginnt die Teilübung erst auf Aufforderung des LR.

Der Hundeführer nimmt zu Beginn am Startpunkt eine Grundstellung ein. Er beginnt mit der Leinenführigkeit im Normalschritt, im Laufschritt, im langsamen Schritt und in der Winkelarbeit. Der Hund soll dabei stets freudig, aufmerksam (Blickkontakt haltend)und eng an der linken Seite des HF laufen. Der HF benutzt das Hörzeichen "Fuß", das jeweils am Beginn einer Übung gegeben wird. Bleibt der HF stehen, soll sich der Hund selbstständig neben ihn setzen. Die Leine soll während der kompletten Übungseinheit leicht durchhängend geführt werden, der Hund soll eigenständig folgen.

Es folgt dann ein Übungsteil mit einer Personengruppe, durch die der HF mit seinem Hund hindurchgeht (typischerweise in der Form einer "Acht") und dann in der Mitte oder in der Nähe einer Person stehen bleibt. Der Hund setzt sich wieder selbständig neben seinen HF und bleibt gelassen und uninteressiert an den anwesenden Menschen. Der HF verlässt nun die Gruppe mit seinem Hund, nimmt außerhalb der Gruppe eine Grundstellung ein, leint den Hund ab und absolviert die gleiche Übung mit seinem Hund in der Freifolge (ohne Leine). Beim Verlassen der Gruppe bedankt sich der HF bei den Personen der Gruppe (z. B. mit "Danke der Gruppe"), die daraufhin den Platz verlassen.

 


Das Schema wird also zunächst mit Leine durchlaufen, die Gruppe bildet den Abschluss. Dann begibt sich der HF aus der Gruppe, leint seinen Hund ab und beginnt die Freifolge diesmal zuerst mit der Gruppe, dann läuft er erneut das Schema in der Freifolge ab.

Zum Schluss (nach der Freifolge) folgen noch zwei separate Übungsteile, ebenfalls ohne Leine, also in der Freifolge:

Sitzübung: Der HF geht mit seinem Hund aus einer Grundstellung "im Fuß" los. Nach ca. 10-15 Schritten nimmt der HF eine Grundstellung ein, gibt das Hörzeichen "Sitz" und entfernt sich weitere 15 Schritte. Dann dreht sich der HF zu seinem Hund um, wartet auf das Zeichen des LR, geht danach wieder auf seinen Hund zu und holt ihn ab. Der Hund bleibt dabei aufmerksam in seiner Position sitzen bis der HF neben ihm steht und ihm das Hörzeichen "Fuß" zum Weitergehen gibt.

 

Ablegen in Verbindung mit Herankommen:

Der HF geht mit seinem Hund aus einer Grundstellung "im Fuß" los. Nach ca. 10-15 Schritten nimmt der HF eine Grundstellung ein, gibt das Hörzeichen "Platz" und entfernt sich weitere 30 Schritte. Auf Zeichen des LR ruft er nun seinen Hund zu sich (typischerweise mit dem Hörzeichen "Hier" oder dem Namen des Hundes). Der Hund soll dann in rascher Gangart sofort zum HF kommen und gerade vor ihm absitzen wobei er ihn direkt anschaut. Aus dieser Position heraus gibt der HF nun das Kommando für die Grundstellung ("Fuß") und der Hund begibt sich an die linke Seite des HF und setzt sich dort hin. Damit ist die Übung beendet: Der HF leint den Hund wieder an und begibt sich zum Ablagepunkt, wenn er das Schema zuerst abgelaufen hat oder zum LR, wenn die Ablage schon absolviert wurde.



Bei der (Dauer-) Ablage bringt der HF den Hund zu dem vom LR vorgegebenen Ort (meist am Rande des Übungsplatzes) und lässt den Hund dort zunächst absitzen. In der Sitz-Position nimmt nun der HF dem Hund die Leine ab, verstaut sie in einer Tasche auf der dem Hund abgewandten Seite oder hängt sie sich um. Jetzt gibt er dem Hund das Hörzeichen für das Hinlegen ("Platz"), entfernt sich ca. 30 Schritte von seinem Hund und bleibt mit dem Rücken zu ihm dort stehen. Erst auf Anweisung des LR holt er den Hund wieder ab. Der HF geht zurück zu seinem Hund, stellt sich neben ihn, gibt ihm auf Anweisung des LR das Kommando "Sitz", leint den Hund an und begibt sich zum Startpunkt des Schemas, wenn die Ablage zuerst absolviert wurde oder zum LR, wenn das Schema schon durchlaufen wurde.

Der LR vergibt für alle Übungen Punkte. Insgesamt können 60 Punkte erreicht werden. Bei Erreichen von weniger als 70 % (42 Punkte) ist der Prüfungsteil nicht bestanden und die weitere Fortsetzung der Prüfung nicht mehr möglich.

Verkehrsteil (Außenprüfung)

Hat man bisher alles souverän geschafft, folgt der letzte Teil: der Außen- oder Verkehrsteil. Dabei soll überprüft werden, wie sich der Hund in der Öffentlichkeit – also unter realen Umweltbedingungen und normal bis stark besuchten Umgebungen verhält. Erwartet wird ein gleichgültiges Verhalten des Hundes, weder aggressiv noch ängstlich, sondern souverän gegenüber typischen Umwelt-Einflüssen. Deswegen wird der Verkehrsteil häufig an öffentlichen, stark frequentierten Orten durchgeführt, zum Beispiel am Bahnhof oder auf dem Parkplatz eines Supermarktes, aber auch in der Innenstadt oder an einem beliebten Ausflugsziel. Je nach Lage des Hundeplatzes kann dieser Außenteil aber auch in direkter Nähe (z.B. an einer Straße o.ä.) stattfinden.

Der Hund ist dabei stets angeleint, soll aber weder an der Leine zerren noch vom HF gezerrt werden. Ein extrem enges Fuss-Gehen ist nicht mehr erforderlich, es sei denn der LR fordert es. Der LR beobachtet die Hunde in der Gruppe und im Verkehr, und natürlich das Mensch-Hund-Team. Normalerweise werden auch noch diverse Übungen absolviert (z. B. ein Fahradfahrer fährt vorbei, ein Jogger passiert, ein Kind kommt schreiend an, ein klappender Einkaufswagen wird vorbei geschoben). Dies wird je nach Umgebung und LR unterschiedlich gehandhabt. Meist gibt es noch eine "Anbinde-Übung". Der Hund wird dabei vom HF an einer bestimmten Stelle angebunden, anschließend entfernt sich der HF außer Sichtweite des Hundes. Dann passieren einige Personen mit und ohne Hund den wartenden Hund (Abstand ca. 1,5 – 2 m). Der wartende Hund soll sich dabei ebenfalls ruhig und gelassen zeigen, weder die vorübergehenden anbellen oder aggressiv reagieren, noch soll er dem HF hinterher Jaulen oder an seiner Leine zerren.

Im Anschluss an den Außenteil teilt der LR den Teams das Ergebnis der Prüfung mit, welches hoffentlich "bestanden" lautet.

Die Begleithundeprüfung endet mit der Siegerehrung und dem Austeilen der zuvor abgegebenen Dokumente.